Polymarket Gebühren erklärt: Maker, Taker, Ein- und Auszahlung (Stand Oktober 2026)

📅 25. Oktober 2026⏱️ 8 min Lesezeit🏷️ Prediction Markets
Polymarket Gebühren erklärt: Maker, Taker, Ein- und Auszahlung (Stand Oktober 2026)

Kurze Antwort: Polymarket verlangt nur eine Handelsgebühr, und die zahlen nur Taker, also wer mit seiner Order sofort ein bestehendes Angebot annimmt. Maker, die eine Order ins Orderbuch stellen, zahlen nie. Die Taker-Gebühr hängt von Kategorie und Preis ab und beträgt zum Beispiel 1,00 $ für 100 Politik-Anteile zu 0,50 $. Geopolitik-Märkte sind gebührenfrei. Für Ein- und Auszahlungen verlangt Polymarket selbst nichts, Börsen und Brücken können aber eigene Kosten haben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Formel: Gebühr = Anteile × Gebührensatz × p × (1 − p), wobei p der Preis pro Anteil ist (Polymarket Docs).
  • Sätze je Kategorie: Krypto 0,07, Sport 0,05, Politik und Finanzen 0,04, Geopolitik 0. Maker zahlen in allen Kategorien 0.
  • Am teuersten bei 50 %: In Dollar ist die Gebühr bei einem Preis von 0,50 $ am höchsten, im Verhältnis zum Einsatz aber bei billigen Anteilen.
  • Ein- und Auszahlung: keine Polymarket-Gebühr. Börsen wie Bitpanda oder Dienste wie Coinbase und MoonPay können eigene Gebühren verlangen.
  • Versteckte Kosten: Spread im Orderbuch, Euro-Dollar-Umtausch und Netzwerkgebühren außerhalb von Polymarket.

Maker und Taker: Wer zahlt?

Polymarket ist eine Börse mit Orderbuch, kein Buchmacher. Jeder Handel hat zwei Seiten:

  • Taker kaufen oder verkaufen sofort zum besten verfügbaren Preis, etwa mit einer Market-Order. Sie nehmen Liquidität aus dem Orderbuch.
  • Maker stellen eine Limit-Order, die nicht sofort ausgeführt wird, sondern im Orderbuch wartet. Sie bringen Liquidität.

Die Dokumentation ist eindeutig: „Makers are never charged fees. Only takers pay fees." Die Gebühr wird erst beim Matching berechnet. Du musst sie in deiner Order nicht angeben. Seit dem Börsen-Upgrade vom 28.04.2026 rechnet Polymarket die Gebühr laut Help Center zum Zeitpunkt des Matchings statt bei der Ordereingabe.

Was mit den Gebühren passiert: Ein Teil geht über das Maker-Rebate-Programm täglich an Market-Maker zurück. Seit dem 28.05.2026 gibt es zusätzlich ein Taker-Rebate-Programm mit sieben Stufen von Bronze bis Obsidian, das vielhandelnden Takern einen Teil der Gebühren in pUSD zurückzahlt.

Gebührensätze nach Kategorie

KategorieTaker-SatzMaker-SatzMaker-Rebate
Krypto0,07020 %
Sport0,05015 %
Wirtschaft (Economics), Kultur, Wetter, Sonstiges0,05025 %
Politik, Finanzen, Mentions, Tech0,04025 %
Geopolitik00–
Combos0,0500 %

Quelle: Polymarket Docs: Fees, abgerufen am 25.10.2026. Für Combos (Kombinationen mehrerer Märkte) gilt immer der Combo-Satz, egal aus welchen Kategorien die einzelnen Beine stammen.

Rechenbeispiele: 100 Anteile zu 0,30, 0,50 und 0,90 $

Die Formel lautet Gebühr = C × Satz × p × (1 − p). Für 100 Politik-Anteile zu 0,30 $ heißt das: 100 × 0,04 × 0,30 × 0,70 = 0,84 $. Die Werte unten stimmen mit den Tabellen in der offiziellen Dokumentation überein.

Preis pro AnteilEinsatzPolitik (0,04)Sport (0,05)Krypto (0,07)
0,30 $30 $0,84 $ (2,8 %)1,05 $ (3,5 %)1,47 $ (4,9 %)
0,50 $50 $1,00 $ (2,0 %)1,25 $ (2,5 %)1,75 $ (3,5 %)
0,90 $90 $0,36 $ (0,4 %)0,45 $ (0,5 %)0,63 $ (0,7 %)

Die Prozentzahl in Klammern ist die Gebühr im Verhältnis zum Einsatz. Zwei Dinge fallen auf:

  • In Dollar ist die Kurve symmetrisch. Ein Kauf zu 0,30 $ kostet dieselbe Gebühr wie ein Kauf zu 0,70 $. Am höchsten ist sie bei 0,50 $.
  • Relativ trifft es Außenseiter-Wetten. Wer billige Anteile kauft, zahlt im Verhältnis zum Einsatz deutlich mehr als jemand, der Favoriten zu 0,90 $ kauft.

Die Gebühr wird auf fünf Nachkommastellen gerundet. Der kleinste Betrag ist 0,00001 USDC, noch kleinere Gebühren fallen weg. Sehr kleine Trades nahe 0 oder 1 können dadurch gebührenfrei sein.

Tipp aus der Mechanik: Wer nicht sofort handeln muss, kann eine Limit-Order knapp unter dem aktuellen Briefkurs setzen. Wird sie später ausgeführt, war sie eine Maker-Order und kostet nichts. Garantiert ist die Ausführung allerdings nicht.

Ein- und Auszahlung: Was kostet das?

Polymarket schreibt: „There are also no Polymarket fees to deposit or withdraw USDC (though intermediaries like Coinbase or MoonPay may charge their own fees)." Die Kosten entstehen also außerhalb von Polymarket.

SchrittPolymarket-GebührMögliche Fremdkosten
Euro auf Krypto-Börse einzahlen (z. B. Bitpanda)–Gebühr der Börse je nach Zahlungsart
Euro in USDC tauschen–Börsengebühr oder Aufschlag im Kurs
USDC an Polymarket sendenKeineAuszahlungsgebühr der Börse, Netzwerkgebühr
Einzahlung über andere Netzwerke (Ethereum, Solana, Bitcoin)KeineNetzwerkgebühr, Bridge-Kosten, Slippage
Auszahlung von PolymarketKeineBridge- und Tauschkosten je nach Zielnetzwerk
USDC an der Börse in Euro tauschen und per SEPA überweisen–Börsengebühr, eventuell SEPA-Gebühr

Einige Details aus der Dokumentation:

  • Mindestbeträge: Einzahlungen unter dem Mindestbetrag, laut Help Center zum Beispiel 20 $ über Ethereum oder 3 $ über Solana, bleiben hängen, bis die Summe erreicht ist.
  • Bridge-Kosten: Wer aus anderen Netzwerken einzahlt oder in andere Netzwerke auszahlt, nutzt die Polymarket-Bridge. Die Quote-Schnittstelle zeigt vor der Bestätigung Gas, Bridge-Gebühr, Ausführungskosten und maximale Slippage an. Feste Sätze dafür veröffentlicht Polymarket nicht.
  • Auszahlung: Polymarket rechnet intern in pUSD ab, einem 1:1 durch USDC gedeckten Token auf Polygon. Bei der Auszahlung wird pUSD in USDC umgewandelt und über einen Uniswap-Pool getauscht. Laut Docs erzwingt die Oberfläche dabei weniger als 0,1 % (10 Basispunkte) Abweichung beim Auszahlungsbetrag.

Am günstigsten ist meist der direkte Weg: native USDC über Polygon. Bitpanda unterstützt beim Versand von USDC laut eigenem Help Center genau dieses Netzwerk. Die Schritte stehen in Polymarket Einzahlung aus Österreich mit Bitpanda und Polymarket Auszahlung in Österreich.

Euro-Umtausch: der Posten, den viele vergessen

Polymarket rechnet in Dollar ab. Wer in Euro denkt, tauscht zweimal: beim Einzahlen Euro in USDC und beim Auszahlen zurück. Jede Börse verdient daran, entweder über eine ausgewiesene Gebühr oder über einen Aufschlag im Kurs. Bitpanda zeigt den Preis und die Gebühr vor jeder Transaktion an. Vergleiche diesen Betrag mit dem aktuellen Euro-Dollar-Kurs, dann siehst du, was der Tausch wirklich kostet.

Dazu kommt das Wechselkursrisiko: Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, während dein Geld auf Polymarket liegt, bekommst du beim Rücktausch weniger Euro, auch wenn deine Positionen unverändert sind. Steuerlich kann der Rücktausch in Euro relevant sein, siehe Polymarket Steuern in Österreich.

Der Spread: indirekte Kosten bei jedem Taker-Trade

Neben der Gebühr zahlt jeder Taker den Spread, also die Differenz zwischen dem besten Kaufangebot (Bid) und dem besten Verkaufsangebot (Ask). Steht ein Markt bei 0,48 $ Bid und 0,52 $ Ask, kaufst du sofort zu 0,52 $ und könntest sofort nur zu 0,48 $ wieder verkaufen. Diese 0,04 $ pro Anteil sind keine Gebühr, wirken aber genauso.

In liquiden Märkten mit hohem Volumen ist der Spread oft nur ein Cent breit, in kleinen Nischenmärkten deutlich mehr. Bei großen Orders kommt die Markttiefe dazu: Reicht das beste Angebot nicht aus, wird der Rest zu schlechteren Preisen ausgeführt. Ein Blick ins Orderbuch vor dem Kauf zeigt, was dich die Order wirklich kostet.

Was kostet ein typischer Einstieg aus Österreich?

Ein Beispiel ohne Börsenkosten, nur mit Polymarket-Gebühren: Du kaufst als Taker 100 Anteile „Ja" in einem Politik-Markt zu 0,50 $ (50 $ Einsatz, 1,00 $ Gebühr). Tritt das Ereignis ein, löst du die Anteile für 100 $ ein. Fürs Einlösen nach der Auflösung nennt die Gebührentabelle keine Gebühr, sie bezieht sich auf gehandelte Anteile. Verkaufst du stattdessen vorher als Taker, fällt die Gebühr erneut an, berechnet auf den Verkaufspreis.

Dazu kommen die Börsenkosten für Euro-Umtausch und Versand. Wie der komplette Weg aussieht, zeigt die Polymarket-Anleitung für Österreich. Ob Polymarket in Österreich überhaupt genutzt werden darf, klärt Polymarket in Österreich: Legal, verfügbar, Steuern. Einen Überblick über alle Plattformen bietet der Hub Prognosemärkte in Österreich. Zum Vergleich: Wie Kalshi Gebühren berechnet, steht in Kalshi in Österreich.

FAQ: Polymarket Gebühren

Wie hoch sind die Gebühren bei Polymarket?

Nur Taker zahlen. Die Gebühr beträgt Anteile × Satz × p × (1 − p). Der Satz liegt je nach Kategorie zwischen 0 (Geopolitik) und 0,07 (Krypto). Beispiel: 100 Politik-Anteile zu 0,50 $ kosten 1,00 $ Gebühr.

Zahlen Maker bei Polymarket Gebühren?

Nein. Laut Dokumentation werden Maker nie belastet. Market-Maker erhalten über das Maker-Rebate-Programm sogar einen Teil der Taker-Gebühren zurück.

Kostet die Einzahlung bei Polymarket etwas?

Polymarket selbst verlangt keine Ein- oder Auszahlungsgebühr. Kosten entstehen bei der Börse, die Euro in USDC tauscht, und gegebenenfalls durch Netzwerk- oder Bridge-Gebühren.

Warum ist die Gebühr bei 50 % am höchsten?

Weil die Formel den Faktor p × (1 − p) enthält. Er ist bei p = 0,50 mit 0,25 am größten und wird zu beiden Rändern kleiner. Relativ zum Einsatz sind billige Anteile trotzdem teurer.

Fällt beim Einlösen von Gewinner-Anteilen eine Gebühr an?

Die Gebührentabelle bezieht sich auf gehandelte Anteile, eine Gebühr fürs Einlösen nennt Polymarket nicht. Wer vor der Auflösung als Taker verkauft, zahlt die Handelsgebühr.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Für deinen Einzelfall wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt bzw. an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Teilnahme an Glücksspiel erst ab 18. Hilfe bei Glücksspielproblemen: check-dein-spiel.de.

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